Ovationen für «Der Geizige» von Molière am Thalia Theater

«Der Geizige»
© Daniel Reinhardt (dpa)

Gefeierte Komödie

Hamburg (dpa) - Am Ende hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Plätzen: Mit stehenden Ovationen ist die Komödie «Der Geizige» von Molière am Hamburger Thalia Theater bei ihrer Premiere gefeiert worden.

In der Titelrolle glänzte Iffland-Ringträger Jens Harzer, der sichtlich Freude am Spiel hatte und mit Perücke und verschiedenen Schaumstoffkörperteilen kaum wiederzuerkennen war. Aber auch die anderen Darsteller, darunter Steffen Siegmund als sein Sohn Cléante, Toini Ruhnke als seine Tochter Elise sowie Rosa Thormeyer und Pascal Houdus als ihre Auserwählten konnten überzeugen.

Regisseur Leander Haußmann («Sonnenallee») vertraut auch ganz auf die schauspielerischen Fähigkeiten seiner Darsteller, die ein Großteil der zweieinhalbstündigen Inszenierung auf einer fast komplett leeren Bühne spielen mussten, da das Bühnenbild (Peter Schubert) wegen Kurzarbeit infolge von Corona nicht fertig gebaut werden konnte. Erst gegen Ende konnten die Schauspieler auf einer riesigen Freitreppe und in Rokoko-Kostümen (Janina Brinkmann) mit Slapstick-Einlagen das Bühnengeschehen noch mal vorantreiben.

Trotz der Corona-Abstandsregeln auf der Bühne waren die Gefühlsirrungen und -wirrungen der beiden Paare, die zunächst nicht zueinander finden durften, spürbar. Besonders erheiternd waren die Momente, wenn Jens Harzer als Geizhals Harpagon, der seine Familie tyrannisiert, zusammen mit seiner Ehefrau Marina Galic spielen durfte. Als einzige Darsteller, die sich berühren durften, saß Galic als Kupplerin Frosine unter anderem auf Harpagons Schoß und ließ sich von ihm ungeschickt die halterlosen Strümpfe anziehen.

© dpa-infocom, dpa:200913-99-539386/2

Weitere Meldungen

skyline