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Bahnstreik

Es geht munter weiter...: Viel Zeit ist nach dem letzten Warnstreik noch nicht vergangen. Trotzdem ruft die Gewerkschaft der Lokführer (kurz GDL) ihre Mitglieder an diesem Wochenende erneut zu einem Streik auf. Für Bahnreisende und vor allem Urlaubsrückkehrer im Ennepe-Ruhr-Kreis heißt das: Geduld haben, nicht aufregen und abwarten!

Der bundesweite Warnstreik beginnt am Freitagnachmittag im Güterverkehr. Dieser soll laut GDL bereits ab 15 Uhr lahmgelegt werden. Im Regional- und Fernverkehr geht es am Samstag um 2 Uhr los. Der Arbeitskampf soll am Montagmorgen um 4 Uhr beendet sein.

Die Bahn hat bereits einen ausgedünnten Zugfahrplan für das gesamte Wochenende angekündigt. Züge, die Freitagabend beginnen und in der Samstagnacht um 2 Uhr noch nicht an ihrem Zielbahnhof angekommen sind, können ebenfalls teilweise ausfallen.

Die Privatbahnen sind vom aktuellen Warnstreik erneut nicht betroffen. Bei uns gilt das für die Züge der beiden Unternehmen Abellio (RE 16, RB 40) und Eurobahn (RE 13). Diese können nach Plan fahren, solang die Strecken frei sind! Sollten streikende Lokführer ihre Züge auf den Hauptgleisen abstellen, kommen auch die Privatbahnen nicht mehr durch. Dadurch kann es dann auch hier zu Verspätungen oder Ausfällen kommen.

Ausfälle wird es bei uns im Kreis erfahrungsgemäß auf folgenden Strecken der Deutschen Bahn geben: 


Pendler zwischen Witten, Herdecke und Schwelm müssen auch noch am Montag noch mit Auswirkungen rechnen. Denn nach diesem langen Streik dauert es wieder einige Stunden bis der Bahnverkehr nach dem Fahrplan rollt. Die Bahn rät allen Pendlern sich vor Fahrtantritt über die genaue Lage zu informieren. Dazu reicht es schon eine schnelle »Fahrplanauskunft auf der Seite der Bahn zu starten.

 

Noch immer keine Einigung bei Tarifverhandlungen in Sicht

Nach Angaben der GDL sei es an diesem Wochenende ein "Erzwingungsstreik". GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky forderte die Deutsche Bahn auf, endlich ihre Blockade auf dem Rücken ihrer Kunden zu beenden und endlich mit der GDL über die vorliegenden Tarifverträge für Lokomotivführer und Zugpersonal zu verhandeln. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Lohn und zwei Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche und das auch für die Gastromitarbeiter und Zugbegleiter. Zudem soll es eine Regelung zur Reduzierung von Überstunden geben. Bis jetzt ist eine Einigung weiterhin noch nicht in Sicht!

 

 

Rote Signale für viele Züge: Während des Warnstreiks kommt es auf mehreren Strecken zu Verspätungen oder Ausfällen. Foto: Wolfgang Klee / Deutsche Bahn AG

Fotos (2): Rainer Sturm / pixelio.de
Bahnstreiks 2014
  • Montag, 1. September
     » Warnstreik von 18 - 21 Uhr
  • Samstag, 6. September
     » Warnstreik von 6 - 9 Uhr
  • Dienstag, 7. - Mittwoch, 8. Oktober
     » Warnstreik von 21 - 6 Uhr
  • Mittwoch, 15. - Donnerstag, 16. Oktober
    » Warnstreik von 14 - 4 Uhr
  • Freitag, 17. - Montag, 20. Oktober
    » Warnstreik von 15 - 4 Uhr
  • Donnerstag, 06. - Samstag, 08. November
    » Warnstreik bis 18 Uhr

 

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund um Warnstreiks bei der Bahn

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Wo gibt es Informationen zum Zugverkehr?

Fahrgäste bekommen hier aktuelle Informationen zur Lage bei der Deutschen Bahn oder durch einen Anruf bei der kostenpflichtigen Service-Hotline (0180 / 699 66 33). Zusätzlich schaltet die Bahn während des Streiks auch die kostenlose Service-Nummer (0 800 / 996 633) frei.

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Was für Rechte besitzen Bahnfahrer bei Verspätungen?

Eine Entschädigung steht Bahnreisenden ab einer Verspätung von einer Stunde zu. Die Bahn muss dann mindestens ein Viertel des Fahrpreises zurückerstatten. Bei zwei Stunden Verspätung oder mehr wird eine Entschädigung von mindestens der Hälfte des Preises fällig. So sieht es ein EU-Gesetz vor. Wenn die Fahrt für den Kunden "sinnlos" geworden ist, kann er unter Umständen auch eine volle Erstattung des Fahrpreises verlangen.

Und diese Regelung gilt auch bei Streiks. So entschied der Europäische Gerichtshof im vergangenen Jahr. Bahnfahrer haben selbst dann Anspruch auf eine Entschädigung, wenn die Verspätung auf höhere Gewalt zurückzuführen ist, wie beispielsweise Unwetter, Streckensperrungen nach Selbsttötungen und auch Warnstreiks.

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Wie bekommt man das Geld zurück?

Für die Erstattung gibt es seit 2009 ein einheitliches Antragsformular. In diesem muss der geplante und der tatsächliche Reiseverlauf angegeben werden, die Art der Fahrkarte und die gewünschte Form der Entschädigung. Das Formular wird von einem zentralen Servicezentrum bearbeitet.

>> ANTRAGSFORMULAR AUF ENTSCHÄDIGUNG

 

 

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Kann man mit einem zuggebundenen Ticket auch andere Züge nutzen?

Im Falle eines Warnstreiks ist das möglich. Wer ganz sicher sein will, sollte die Zugbindung zuvor im Service-Center des Bahnhofes aufheben lassen.

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Ferienzeit: Greift die Entschädigungsregelung auch, wenn man den Urlaubsflug verpasst?

Leider nicht! Hier können Reisende höchstens auf die Kulanz der Bahn hoffen und sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personennahverkehr wenden (SÖP).

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Kann man die Bahn verantwortlich machen, wenn man durch den Streik zu Spät zur Arbeit kommt?

Schön wär's! Leider kann die Bahn hierfür nicht verantwortlich gemacht werden. Arbeitnehmer müssen sich selbst darum kümmern, dass sie pünktlich auf der Arbeit erscheinen. Im Notfall müssen Pendler früher losfahren oder auf andere Verkehrsmittel, wie Taxis oder Fahrgemeinschaften umsteigen. Dies gilt besonders dann, wenn der Streik voraussehbar war. Fehlstunden, die durch Warnstreiks entstanden sind, müssen nachgearbeitet werden oder können schlimmstenfalls vom Lohn abgezogen werden.


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