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NRW hilft Haiti

Zehn Hilfsorganisationen schließen sich zusammen

Aktion „Nordrhein-Westfalen hilft Haiti" gestartet

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Integrationsminister Armin Laschet haben in Düsseldorf zusammen mit nordrhein-westfälischen Hilfsorganisationen die Spendenaktion der Landesregierung „Nordrhein-Westfalen hilft Haiti" vorgestellt. Jürgen Rüttgers: „Die Nachrichten und Bilder, die uns aus Haiti erreichen, sind furchtbar. Wir möchten als nordrhein-westfälische Landesregierung nicht tatenlos sein, wenn hunderttausende Menschen in Not sind und es ihnen an humanitärer Hilfe fehlt. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt daher eine Soforthilfe in Höhe von 300.000 Euro bereit. Aber auch viele Menschen in unserem Land möchten in dieser Situation helfen. Ich freue mich sehr darüber, dass sich zum ersten Mal zehn Hilfsorganisationen aus Nordhein-Westfalen zusammengetan haben. Mit einem gemeinsamen Spendenkonto rufen wir die Bürger und Bürgerinnen unseres Landes auf, uns beim Helfen zu helfen."

Minister Laschet: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns gefragt, welchen Organisationen sie ihr Geld spenden können. Wir möchten mit diesem Bündnis auch die Sorge nehmen, dass das gespendete Geld nicht dort ankommt, wo es ankommen soll." Der Minister betonte, dass die Katastrophe in Haiti etwa im Vergleich zum Tsunami von 2004 noch dramatischer sei. „Während beim Tsunami nur ein Teil des Landes betroffen war, ist hier die komplette Infrastruktur eines Staates zusammengebrochen. Die Bilder, die wir täglich sehen machen uns deutlich, welch schrecklicher Not die Menschen vor Ort ausgesetzt sind. Seite 2 von 2 Bis zu 70.000 Menschen haben ihr Leben verloren, 250.000 Menschen sind verletzt, 1,5 Millionen Menschen sind obdachlos - wir müssen hier was tun!"

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist Schirmherr der Aktion "Nordrhein-Westfalen hilft Haiti". Koordiniert wird sie von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Teilnehmende Organisationen sind

· action medeor,
· Arbeiter Samariter Bund,
· CARE Deutschland e.V.,
· Deutsche Welthungerhilfe e.V.,
· HELP - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.,
· Kindermissionswerk „Die Sternsinger",
· Kindernothilfe,
· Malteser,
· MISEREOR und
· UNICEF.

Spendenkonto
Sparkasse Köln Bonn
Konto-Nummer 123 44
Bankleitzahl 370 501 98
Stichwort: NRW hilft Haiti

Die bisherige Hilfe

action medeor hat bereits 13 Tonnen Medikamente auf den Weg nach Haiti gebracht und arbeitet dabei eng mit anderen Hilfsorganisationen wie beispielsweise Malteser zusammen. Eine ganz besondere Anfrage ging Ende der letzten Woche bei medeor ein. Angesichts der unsäglichen Not hat Bundesgesundheitsminister Rösler die Verbände der Gesundheitswirtschaft um Spenden für Haiti gebeten. Koordiniert wird das Hilfsprogramm von medeor. Zahlreiche Verbände und Unternehmen der Pharmaindustrie wollen für die Erdbebenopfer medizinische Hilfe bereit stellen.

Arbeiter-Samariter-Bund hat bereits 50.000 Euro Soforthilfe aus dem ASB-Nothilfefond, sowie ein Emergency Health Kit für eine Gesundheitsstation in Jimani an der Grenze zu Haiti bereitgestellt. Zudem wurden ein zweiköpfiges Assessmentteam sowie ein Nothilfeexperte zur Bedarfserhebung mittel- und langfristiger Projekte mit lokalen Partnerorganisationen und ein medizinisches Team zur Unterstützung der Gesundheitsstation in Jimani entsendet. Die Kontaktaufnahme mit ADH-Partnerorganisationen vor Ort zur Durchführung von gemeinsamen Hilfsmaßnahmen wurde ebenso realisiert wie die Prüfung der Entsendung von Trinkwasserspezialisten und medizinischen Teams unter Berücksichtigung der Sicherheits- und Bedarfslage.

CARE Deutschland e.V. arbeitet seit 1954 in Haiti und organisierte schon bei früheren Katastrophen die Nothilfe. 133 Mitarbeiter arbeiten im Länderbüro, insbesondere in den Bereichen HIV/Aids, Gesundheit von Müttern und Kindern, Nahrungsmittelsicherheit sowie Wasser und sanitäre Anlagen. Zusammen mit dem World Food Programme (WFP) organisiert CARE die Verteilung von Nahrungsmitteln. Daneben kümmert sich CARE um sauberes Trinkwasser und sichere Unterkünfte. Zurzeit sind schon 133 CARE-Mitarbeiter vor Ort. Dazu werden Experten für Logistik, Telekommunikation und die Umsetzung der Verteilung entsendet. CARE versorgt zusammen mit der UN-Organisation UNIFEM schwangere und stillende Frauen. Dabei verteilt CARE Wasserreinigungsmittel, Lebensmittelrationen, Hygiene-Artikel und so genannte Mütterkits mit Windeln, Seife, Kleidung und Babypuder. Bereits gestern verteilte CARE Wasserreinigungstabletten an 12.000 Menschen.

Deutsche Welthungerhilfe e.V. hat am 18.01.2010 mit der Verteilung von 11.000 Liter Trinkwasser begonnen. Zudem wird die DWH demnächst sogenannte Familienpakete verteilen. 1.200 Familien werden einen Plastikeimer erhalten mit 22,5 Kilogramm Reis, 4,5 Kilogramm Bohnen, 1,6 Liter Öl und 400 Gramm Salz. Davon können sich insgesamt 6.000 Menschen gute zwei Wochen lang ernähren.

Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V. hat 100.000 Euro für die Opfer auf Haiti zur Verfügung gestellt. Seit 15.1. befinden sich zwei Soforthelfer in Port-au-Prince. Zusammen mit action medeor hat Help ein Emergency Health Kit nach Port-au-Prince geschickt, das die medizinische Versorgung von 10.000 Menschen über einen Zeitraum von 3 Monaten sichert. Help kooperiert mit dem französischen Rettungsdienst, und sorgt für den Krankentransport und für die Beschaffung von Medikamenten. Help plant die Entsendung eines Ärzteteams zusammengesetzt aus einem Chirurgen, einem Anästhesisten und einem Krankenpfleger.

Kindermissionswerk "Die Sternsinger" startet mit Nothilfepaket in einer Gesamthöhe von 100.000 Euro ihre Hilfe für Haiti. Diese Spenden werden Not leidenden Kindern und deren Familien zugute kommen für medizinische Hilfe, Trinkwasser und Lebensmitteln. 2009 förderten die Sternsinger 61 Projekte in Haiti mit rund einer Million Euro, und mit den Schwerpunkten Bildung, Waisenkinder und Mutter-Kind-Programme.

Kindernothilfe: Fünf der sechs Kindernothilfe-Projekte in Port-au-Prince sind schwer beschädigt. Das Kindernothilfe-Büro ist teilweise zerstört. Die Kindernothilfe kümmert sich über die medizinische Erstversorgung hinaus vor allem um die Betreuung von Kindern. Gemeinsam mit humedica finanzierte die Kindernothilfe ein Ärzteteam und Hilfsgüter im Wert von 25.000 Euro unter anderem ein sogenanntes Medi-Kit, mit dem bis zu 3000 Patienten erstversorgt werden können. Neben medizinischem Equipment liefert die Kindernothilfe auch Wasserfilter für den Hausgebrauch und Zusatznahrung vor allem für Kinder sowie Hygienemittel.

Malteser International bereitet derzeit die Ausreise eines medizinischen Teams bestehend aus zwei Ärzten und drei Rettungssanitätern zur Unterstützung der Malteser auf Haiti. Die Malteser planen auch in der Grenzregion in der Dominikanischen Republik medizinische Unterstützung und bringen zwei Emergency Health Kits in die Krisenregion, die Medikamente enthalten. Seit dem 15.1. ist ein vierköpfiges Malteser Team in Santo Domingo. Die Malteser sind Mitglied von Aktion Deutschland Hilft. Malteser unterstützte zuvor ein Krankenhaus im Norden von Haiti, mit 64 Betten, einer Kinderabteilung, einer Entbindungsstation, einer Ambulanzstation und mit einem modernen Labor ist es das einzige Krankenhaus in der Region.

MISEREOR unterstützt seit vielen Jahren über 30 verschiedene Partnerorganisationen in Haiti. MISEREOR fördert in Haiti im ländlichen Raum Projekte in den Bereichen Ernährungssicherung und Landwirtschaft. In Port-au-Prince unterstützt das Hilfswerk zwei Straßenkinderprojekte, ein Ausbildungsprogramm für Jugendliche sowie ein umfangreiches Rechtsberatungsprogramm. Insgesamt laufen in Haiti über 54 Projekte in Höhe von 7,2 Millionen Euro. Wegen der Schwere der Katastrophe hat MISEREOR seinen einheimischen Partnerorganisationen Soforthilfe in Höhe von 300.000 EUR zugesagt.

UNICEF hat bereits 70 Tonnen Material wie Medikamente, Plastikplanen und Material zur Wasseraufbereitung nach Haiti geschickt. Darüber hinaus wurden unter Federführung von UNICEF bisher insgesamt 52 Verteilstationen für Trinkwasser eingerichtet. UNICEF hat 26 große Wassertanks für jeweils 5.000 Liter Trinkwasser und weitere 17 große Wassertanks für jeweils 5.000 bis 10.000 Liter Trinkwasser aufgestellt. Sie werden mit Tankwagen laufend aufgefüllt und UNICEF verteilt täglich 120.000 1,5 Liter-Flaschen Trinkwasser.

UNICEF hat zusammen mit anderen Organisationen wie dem Roten Kreuz und der Haitianischen Regierung Maßnahmen angeschoben, um unbegleitete Kinder zu identifizieren. Diese Kinder sind ganz besonders von Hunger, Krankheiten und Ausbeutung bedroht und brauchen dringend psychosoziale Unterstützung. In den kommenden Tagen sollen spezielle Kinderschutzzonen eingerichtet werden, in denen die Kinder Schutz und Hilfe finden. Von dort aus wird dann auch die Suche nach Angehörigen organisiert.


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