
Nach Sabotagefällen an Stromnetz: Polizei fahndet nach Mann aus Gevelsberg
Nach mehreren mutmaßlichen Sabotageangriffen auf das deutsche Stromnetz führt eine Spur in den Ennepe-Ruhr-Kreis. Die Polizei fahndet nach einem Mann aus dem Raum Gevelsberg. Gleichzeitig gibt es nach einem größeren Polizeieinsatz an einem Umspannwerk in Niedersachsen Entwarnung.
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Die Polizei fahndet im Zusammenhang mit mehreren mutmaßlichen Sabotagefällen an Umspannwerken nach einem Mann aus dem Raum Gevelsberg. Hintergrund ist ein Bekennerschreiben, das den Ermittlern vorliegt. Darin werden mehrere mögliche Tatorte in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg genannt.
Nach Angaben des WDR handelt es sich bei dem gesuchten Mann um einen 1977 geborenen Mann aus Gevelsberg. Mit seinem Namen soll das Bekennerschreiben unterschrieben worden sein. Noch ist allerdings unklar, ob der Mann tatsächlich für die Taten verantwortlich ist oder ob es sich möglicherweise um einen Trittbrettfahrer handelt.
Sabotageversuch in Dormagen
Donnerstagabend waren an einem Umspannwerk in Dormagen-Gohr Abschussvorrichtungen entdeckt worden. Sie waren offenbar so positioniert, dass damit die Strominfrastruktur angegriffen werden konnte. Beschädigungen wurden dort nach Angaben der Polizei nicht festgestellt.
Ähnliche Vorfälle hatte es zuvor unter anderem in Bergheim bei Köln und in Brandenburg gegeben. In Bergheim war es zu einem Kurzschluss gekommen. Die Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge zwischen den Fällen.
In dem Bekennerschreiben soll der Verfasser als Motiv den Kampf gegen die fossile Energieindustrie angegeben haben. Ob das Schreiben authentisch ist und der genannte Mann aus Gevelsberg tatsächlich hinter den Angriffen steckt, wird derzeit ermittelt.
Entwarnung nach Polizeieinsatz in Niedersachsen
Für Aufsehen hatte am Freitagmorgen außerdem ein Polizeieinsatz an einem Umspannwerk in Ganderkesee im niedersächsischen Landkreis Oldenburg gesorgt. Zahlreiche Einsatzkräfte überprüften das Gelände, zeitweise war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.
Inzwischen hat die Polizei dort Entwarnung gegeben. Eine Streife hatte gegen 3 Uhr einen offenstehenden Schaltschrank entdeckt. Wegen der besonderen Bedeutung des Umspannwerks wurde das Gelände daraufhin umfangreich kontrolliert.
Dabei fanden die Einsatzkräfte weder Personen noch Beschädigungen. Nach Angaben der Polizei bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung. Hinweise darauf, dass es sich auch in Ganderkesee um einen Sabotageversuch gehandelt hat, gibt es nach aktuellem Stand nicht.