
EN-Kreis plant Haushalt 2027 mit Millionen-Defizit
Die Finanzlage im Ennepe-Ruhr-Kreis ist extrem angespannt. Der neue Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 rechnet mit einem Defizit von fast 17 Millionen Euro.
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Landrat Jan-Christoph Schaberick und Kämmerin Andrea Stöhr haben im Schwelmer Kreishaus den Entwurf für den Haushalt 2027 vorgelegt. Das knapp 500 Seiten starke Papier verdeutlicht die schwierige Lage: Den Erträgen von rund 823,5 Millionen Euro stehen Ausgaben von 835 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Fehlbedarf von 16,7 Millionen Euro. Weil die Rücklagen bereits Ende 2025 aufgebraucht sein werden, muss der Kreis nun massiv gegensteuern. Vorgesehen sind aktuell Streichungen von rund 8,5 Millionen Euro, weitere fünf Millionen Euro sollen in den kommenden Monaten politisch diskutiert werden.
Die Kassenlage des Kreises spiegelt die dramatische Situation in den neun kreisangehörigen Städten wider. Alle Kommunen weisen laut Kreisverwaltung Defizite auf, vier gelten bilanziell sogar als überschuldet. Der Landrat fordert daher mehr finanzielle Unterstützung von Bund und Land sowie einen strikten Sparkurs beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Trotz der Krise will der Ennepe-Ruhr-Kreis Handlungsfähigkeit beweisen und plant Investitionen in Höhe von 7,2 Millionen Euro. Das Geld soll unter anderem in das Gefahrenabwehrzentrum, den Rettungsdienst und die Sanierung von Kreisgebäuden fließen.
Die politischen Haushaltsberatungen in den Fachausschüssen und Fraktionen starten jetzt. Am 9. November äußern sich die Vertreter der Städte in einer Sondersitzung zur geplanten Kreisumlage, bevor der Kreistag den Haushalt am 14. Dezember endgültig verabschieden soll.
Die Kreisumlage ist das zentrale Instrument, mit dem die Städte die übergreifenden Aufgaben des Kreises mitfinanzieren. Der Hebesatz soll im Entwurf für 2027 bei 45,68 Prozent liegen. Neu ist ab dem Haushaltsjahr 2027 eine differenzierte Abrechnung für die vom Kreis getragenen Schulen. Die Verteilung der Kosten erfolgt dann entsprechend der genauen Schülerzahlen der einzelnen Städte, um die Lasten verursachungsgerecht aufzuteilen.