
Ennepe-Ruhr-Kreis kämpft mit steigenden Baukosten
Laut einem neuen Quartalsbericht der Kreisverwaltung verzögern sich deshalb einige Großprojekte, oder sie müssen komplett umgeplant werden
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Die Kreisverwaltung des Ennepe Ruhr Kreises steuert aktuell eine Vielzahl an Bauprojekten, von komplexen Schulsanierungen bis hin zu kompletten Neubauten. Laut dem neuesten Quartalsbericht des Ennepe-Ruhr-Kreises wirken sich weltpolitische Konflikte und schwankende Energiepreise direkt auf die Material- und Logistikkosten aus. Betroffen sind vor allem Baustoffe wie Stahl, Beton, Dämmstoffe und Kunststoffe. Die Baupreise für Neubauten sind demnach seit dem Jahr 2021 bereits um rund 40 bis 43 Prozent in die Höhe geklettert. Ausführende Bauunternehmen reagieren in diesem unsicheren Marktumfeld häufig mit Risikoaufschlägen oder kürzeren Preisbindungen, was öffentliche Großprojekte zusätzlich verteuert. Erste Firmen haben bereits deutlich höhere Kostensteigerungen angekündigt. Ein prominentes Beispiel ist das Kreishaus in Schwelm: Hier wurde die ursprünglich angedachte Kernsanierung für über 140 Millionen Euro gestoppt. Stattdessen haben die Planer nun eine deutlich günstigere Bestandssanierung mit strengen Kostengrenzen pro Quadratmeter beschlossen. Um das Gebäude bis zum Abschluss der Arbeiten sicher nutzen zu können, wurden bereits Übergangsmaßnahmen für den Brandschutz wie neue Brandmeldeanlagen installiert. Auch an den Berufskollegs und Förderschulen wird an vielen Stellen baulich nachgesteuert, um die explodierenden Kosten möglichst gut abzufedern. Die enormen Preissteigerungen betreffen nicht nur das Material, sondern auch die Baustellenlogistik. Materialtransporte, Kräne und Maschinen hängen unmittelbar an den Diesel- und Strompreisen. Um die finanzielle Belastung für den Kreis abzufedern, setzen die Planer auf pragmatische Einsparmaßnahmen. So wurde beispielsweise an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule auf teuren Sonnenschutz verzichtet, während beim Umbau am Berufskolleg Ennepetal Fassadenelemente und Vordächer aus der Planung gestrichen wurden. Ein zentrales Großprojekt bleibt das neue Gefahrenabwehrzentrum. Der Rohbau steht bereits, doch durch zusätzliche Anforderungen - wie größere Tanks für Diesel mit 60.000 Litern für Krisenfälle - verschiebt sich die Eröffnung auf August 2027. An der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule verzögern statische Probleme den Bau, während in Hattingen-Holthausen derzeit eine ganz neue, dritte Förderschule für über 30 Millionen Euro geplant wird. Am Berufskolleg Witten kam es zudem durch marode Abwasserrohre zu Bauverzögerungen.