
Haushaltsloch in Ennepetal wohl größer als geplant
Ursprünglich hatte die Stadt für 2026 mit einem Minus von rund 12,7 Millionen Euro gerechnet. Nach aktuellen Schätzungen dürfte das Defizit aber auf knapp 18 Millionen Euro anwachsen.
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Das Loch in der Stadtkasse von Ennepetal wird in diesem Jahr wohl größer ausfallen als geplant. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den der Kämmerer dem Finanzausschuss vorlegt. Ein Hauptgrund: Bei der Gewerbesteuer rechnet Ennepetal mit deutlich weniger Einnahmen. Zudem belasten hohe Bau- und Spritpreise sowie die anhaltenden Reparaturen der Hochwasserschäden von 2021 den städtischen Haushalt.
Aus dem Finanzbericht für das zweite Quartal 2026 geht hervor, dass die Stadt Ennepetal mit steigenden Verlusten rechnet. Kämmerer Tim Strathmann prognostiziert zum Jahresende ein Defizit von knapp 18 Millionen Euro. Das sind rund fünf Millionen Euro mehr als im ursprünglichen Haushaltsplan veranschlagt. Ein zentraler Grund für das größere Loch in der Kasse sind einbrechende Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Statt der erhofften 58 Millionen Euro erwartet die Stadt derzeit nur noch rund 52,5 Millionen Euro. Die angespannte finanzielle Lage schränkt den Handlungsspielraum vor Ort ein. Zusätzliche Kosten entstehen unter anderem durch spürbar gestiegene Baupreise im Straßenbau und ungewöhnlich hohe Kraftstoffkosten für städtische Fahrzeuge. Die Verwaltung und die Politik müssen sich nun damit befassen, wie das drohende Defizit bewältigt werden kann. Neben der Inflation spürt die Stadt auch weiterhin die finanziellen Nachwirkungen lokaler und globaler Krisen. So belasten die anhaltenden Kosten für die Unterbringung ukrainischer Geflüchteter den Etat massiv, da bestimmte bilanzielle Sonderregelungen des Landes ausgelaufen sind. Zudem schlagen die Reparaturen der schweren Hochwasserschäden aus dem Sommer 2021 weiterhin zu Buche. Diese Arbeiten werden nach Informationen der Stadt voraussichtlich noch bis Ende 2026 andauern. Ein Lichtblick zeigt sich bei der Personalsituation der städtischen Verwaltung. Im Laufe des zweiten Quartals konnte die Zahl der unbesetzten Stellen von rund 38 auf knapp 33 gesenkt werden. Eine sehr deutliche Verbesserung gab es bei der Ennepetaler Feuerwehr: Hier sank die Zahl der offenen Stellen von zwölf im ersten Quartal auf nur noch drei. Im technischen Bereich sowie bei den Kitas fehlen allerdings weiterhin viele Fachkräfte.