
Mord in Witten: Zweiter Prozesstag am Bochumer Landgericht
Heute (18. September) ist der zweite Prozesstag am Bochumer Landgericht um den Fall eines 40-jährigen Familienvaters aus Witten. Wie berichtet soll er laut Staatsanwaltschaft im März versucht haben, seine ganze Familie zu töten.
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Angeklagter aus Witten wirkt apathisch beim Prozess
Der zweite Prozesstag am Bochumer Landgericht zeigt neue Details auf um den Fall des Witteners, der auf seine Familie eingestochen haben soll. In Witten soll es an einem Samstag im März, vor der Abfahrt in den Urlaub am Auto einen Streit gegeben haben. Daraufhin holte der Mann laut Anklage ein Küchenmesser und stach auf seine Frau und seinen Sohn ein. Der Junge starb noch am Tatort. Danach soll er seine fliehende Tochter verfolgt und ebenfalls niedergestochen haben. Frau und Tochter überlebten lebensgefährlich verletzt. Die Anklage lautet auf Mord und zweifachen versuchten Mord. Unsere Gerichtsreporterin Lea Sleiman schildert ihre Eindrücke:
Der zweite Prozesstag startete gegen 9:10 Uhr. Zuerst berichten zwei unabhängige Augenzeugennacheinander von ihrem jeweiligen Blick aus dem Fenster auf die Tat. Der erste Zeuge hatte nach `markerschütternden Schreien´ am Tatsamstag um 10:29 Uhr den Notruf gerufen. Er habe die Stichhiebe aus seinem Fensterausschnitt auf das Auto gesehen, so wie auch die zweite Zeugin. `Hilfe, mein Kind´, habe sie gehört. Unter Tränen berichtet sie davon, später noch den blutenden Jungen auf dem Boden liegend gesehen zu haben. In der Zuschauerschaft während ihrer Vernehmung haben Eingie dabei auch geweint. Der Angeklagte schaute währenddessen auf den Tisch vor sich oder in die Ferne. Er wirkte apathisch.
Auch ein dritter Augenzeuge wurde anschließend angehört. Nach einer Pause ging es weiter mit der Anhörung zweier Beamten.
Polizisten sagen aus im Fall des Witteners am Bochumer Landgericht
Im Prozess gegen den Wittener sagen an Tag zwei (18. September) auch zwei Polizisten aus, die zur Tatzeit in Witten im Einsatz waren. Rot getränkte Hände hatten einen von ihnen schließlich auf den Angeklagten aufmerksam gemacht - nahe des Wittener Hauptbahnhofs. Widerstand bei der Festnahme habe es nicht gegeben, sofort habe der Angeklagte gesagt, er sei in einer psychischen Ausnahmesituation gewesen und habe auf seine Familie eingestochen. Auch das Messer habe der Beamte vor Ort direkt wahrgenommen, etwa 10 Centimeter lang sei es gewesen, die Klinge und ein Teil des Griffs haben aus der Tasche herausgeragt. Es wurde demnach eine Pistole vom Beamten gezogen, der Angeklagte legte sich schließlich auf den Rücken; dann wurde der Angeklagte gefesselt und festgenommen. In Gewahrsam habe sich der Angeklagte Sorgen um seinen Schmuck gemacht, der ihm von der Polizei abgenommen wurde - nachfragen nach seiner Familie habe es nicht gegeben. Im Verlauf der Vernehmungen der Beamten gab es mehrere Nachfragen von Seiten des Gerichts an sie, die den psychischen Zustand des Angeklagten während der Festnahme und in Gewahrsam betreffen - einer der Beamten war hauptsächlich zuständig, seinen Aussagen nach hat er etwa zwei Stunden mit dem Angeklagten verbracht. Laut ihm wirkte der Angeklafte sachlich und klar. Unsere Gerichtsreporterin Lea Sleiman sagt dazu:
Als der Beamte diese Aussage tätigte, war das einer der wenigen Momente, in denen der Angeklagte überhaupt den Blick hob. Er schaute den Richter an. Ansonsten wirkte der Angeklagte während der Anhörungen der Beamten gleichbleibend teilnahmslos. Auch Fotomaterial aus dem Gewahrsam wurde gezeigt, die rot eingefärbten Hände mit Schnittwunden des Angeklagten in Handschellen. Auch dabei war kaum eine Reaktion im Gesicht des Angeklagten abzulesen - auffällig war aber, dass er dabei teilweise seine Augen schloss.
Das Gericht hat Verhandlungstage bis in den November angesetzt.