
NGG fordert "Renten-Stoppschild"
Im Ennepe-Ruhr-Kreis gehen pro Jahr künftig knapp 3.000 Menschen in Rente. Die Gewerkschaft NGG fordert deshalb sichere Renten ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren.
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In den kommenden Jahren verabschieden sich im Ennepe-Ruhr-Kreis jährlich durchschnittlich 2.920 Beschäftigte in den Ruhestand. Bis zum Jahr 2035 wird die Zahl der Rentnerinnen und Rentner dort laut dem Pestel-Institut auf insgesamt knapp 80.900 anwachsen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG, nimmt diese Prognose zum Anlass, um sich für die Rechte der künftigen Ruheständler starkzumachen. Im Fokus steht dabei die Forderung an die Bundesregierung, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren unbedingt beizubehalten.
Laut der NGG-Region Südwestfalen sorgt die geplante Rentenreform bei vielen Arbeitnehmern vor Ort für große Verunsicherung. Gerade Beschäftigte, die bald ihre 45 Beitragsjahre voll haben, fürchten laut Gewerkschaft deutliche finanzielle Einbußen, wenn sie in Rente gehen wollen. Wer früh ins Berufsleben gestartet ist, dürfe dafür nicht bestraft werden. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt die NGG deshalb vehement ab. Wer körperlich hart arbeite, könne nicht beliebig lange im Beruf bleiben.
Für viele langjährig Versicherte ist die abschlagsfreie Rente von großer Bedeutung. Laut Zahlen der Deutschen Rentenversicherung haben in Nordrhein-Westfalen zuletzt gut 464.000 Männer und rund 182.000 Frauen eine Altersrente bezogen, nachdem sie 45 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt hatten. Auch eine geplante Kapitalrente, die von den Finanzmärkten abhängt, sieht die Gewerkschaft äußerst kritisch. Das Rentenniveau soll nach Vorstellung der NGG stattdessen weiterhin an die Lohnentwicklung gekoppelt bleiben.
Die Gewerkschaft betont, dass Menschen mit langen Erwerbsbiografien oft keine Spitzenverdiener sind und im Alter auf eine ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen sind. Im Ennepe-Ruhr-Kreis betrifft das laut NGG beispielsweise die zahlreichen Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion, in örtlichen Bäckereien, Kantinen oder Restaurants, die über Jahrzehnte harte körperliche Arbeit leisten.