
Politisch motivierte Straftaten nehmen stark zu
Die Zahl der politisch motivierten Straftaten im Ennepe-Ruhr-Kreis ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Zuletzt hatte es einen Vorfall am SPD-Büro in Schwelm gegeben.
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Die politisch motivierte Kriminalität im Ennepe-Ruhr-Kreis wächst deutlich. Wie die Polizei auf Radio-Ennepe-Ruhr-Nachfrage mitteilt, gab es im vergangenen Jahr insgesamt 144 solcher Straftaten im Kreisgebiet. Das ist ein Anstieg von rund 70 Prozent im Vergleich zu den Zahlen von vor zwei Jahren. Diese Entwicklung spiegelt laut den Ermittlern einen landesweiten Trend in Nordrhein-Westfalen wider. Zwar liegt der Ennepe-Ruhr-Kreis im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Hagen bei den absoluten Fallzahlen eher im mittleren bis unteren Bereich, der Anstieg bleibt jedoch auffällig.
Attacke auf SPD-Büro in Schwelm: Ermittlungen wegen Sachbeschädigung
Wie solche Straftaten vor Ort konkret aussehen können, zeigt ein aktueller Vorfall in Schwelm. Dort haben Unbekannte wie berichtet am vergangenen Wochenende die Eingangstür, die Fassade und die Treppe des SPD-Parteibüros mit einer gelben, flüssigen Substanz beschmiert. Vertreter der SPD sprachen daraufhin von einem Anschlagsversuch. Die Polizei ordnet das Geschehen rechtlich jedoch anders ein: Aus behördlicher Sicht wird die Tat nicht als Anschlag gewertet, sondern es wird ein klassisches Strafverfahren wegen Sachbeschädigung geführt.
Büro war schon 2023 Tatort
Das betroffene SPD-Büro in Schwelm war in der Vergangenheit bereits Ziel von Vandalismus. Im Jahr 2023 warf ein Täter eine Fensterscheibe des Parteibüros mit einer Glasflasche ein. Nach damaligen Ermittlungen richtete sich ein dringender Tatverdacht gegen einen 28-jährigen Deutschen, der die Vorwürfe jedoch bestritt. Einen direkten Zusammenhang zwischen dem alten Vorfall und den neuen Schmierereien hält die Polizei nach jetzigem Stand zwar für unwahrscheinlich, betrachtet den älteren Fall bei den aktuellen Ermittlungen aber dennoch mit.