
Wittener steht vor Bochumer Landgericht
In Witten steht ab heute (16. September) ein 40-jähriger Familienvater vor Gericht. Laut Staatsanwaltschaft soll er im März versucht haben, seine ganze Familie zu töten. Vor der Abfahrt in den Urlaub soll es am Auto einen Streit gegeben haben. Daraufhin holte der Mann laut Anklage ein Küchenmesser und stach auf seine Frau und seinen Sohn ein. Der Junge starb noch am Tatort. Danach soll er seine fliehende Tochter verfolgt und ebenfalls niedergestochen haben. Frau und Tochter überlebten lebensgefährlich verletzt. Die Anklage lautet auf Mord und zweifachen versuchten Mord.
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Streit in Witten war wohl Auslöser
In Witten hätte es eigentlich der Beginn eines Urlaubs sein sollen. Der Wagen war gepackt, Mutter und Kinder saßen schon im Auto. Doch nachdem der Vater nach einem kurzen Streit in die Wohnung zurückging, um ein paar Tickets für eine Fähre zu holen, soll er vermummt und mit einem langen Messer zum Wagen zurückgekehrt sein. Sofort und ansatzlos soll er zunächst auf seine Frau und dann nacheinander auf seine Kinder eingestochen haben. Alle erlitten schwerste Verletzungen, den Sohn traf es am schlimmsten – er verblutete noch vor Ort. Nach der Tat war die Nachbarschaft in der Straße, eine kleine Sackgasse in der Nähe des Wittener Hauptbahnhofs, geschockt. Noch wochenlang legten Anwohner am Tatort Stofftiere und Blumen ab und zündeten Gedenkkerzen an. Bis vor kurzem lag das Motiv für die Tat noch im Dunkeln. Der Familienvater, der kurz nach der Tat festgenommen worden war, hüllte sich in Schweigen. Inzwischen hat das Landgericht bestätigt, dass der Mann sich laut Anklage durch seine Frau gedemütigt und gekränkt gefühlt haben soll. Als letztes soll der Streit um die Tickets für die Fähre dazugekommen sein. Und außerdem soll er seine Familie als finanzielle Belastung empfunden haben. Mit der Tat habe er die Frau bestrafen wollen. Das Gericht hat jetzt Prozesstage bis Anfang November geplant.